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Jesus weint. Und ich fühle mit ihm, ich weiß ja, wie traurig ich bin, wenn ich einen Menschen loslassen muss. Am Ende geht die Geschichte gut aus, Jesus holt Lazarus zurück ins Leben.
Ich aber will noch einen Moment stehen bleiben, will verweilen beim weinenden Jesus. So wie die Passionszeit vor Ostern es auch tut, wenn sie uns an das Leiden Jesu erinnert. Wie wichtig ist auch das: Hinschauen, um Tod, Trauer und Schmerz nicht zu überspringen.
Aushalten, dass Tränen fließen und Zweifel sich breit machen, weil der Ausgang ungewiss ist. Denn genau da, wo das große Wunder in Frage steht, wird das kleine Wunder möglich: Menschen zeigen sich menschlich, weinen und fühlen mit, trösten und kommen einander nah.
(Tina Willms)
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